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Mehr Überblick für den Patienten


Wichtig ist die Ausbildung der Asthmatrainer


Das „Nationale Ambulante Schulungsprogramm für Asthmatiker“ (NASA) steht in den Startlöchern. Es soll bestehende Programme nicht ersetzen, fasst aber die Elemente zusammen, die in jeder Schulung vorkommen sollen, erläuterte Prof. Heinrich Worth von der Deutschen Atemwegsliga während einer von Schwarz Pharma Deutschland unterstützten Pressekonferenz seiner Organisation Mitte Juni in Bad Reichenhall. Ein verinfachtes Krankheitsmanagement will Prof. Heinrich Worth erreichen.

Hinter NASA stehen die Deutsche Atemwegsliga, der Berufsverband der Pneumologen und die Sektion Prävention und Rehabilitation der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. „Ziel ist es, dass das betreuende medizinische Personal mit einheitlichen Begriffen und Bildern arbeitet, um das Krankheitsmanagement weiter zu vereinfachen und dem Asthmapatienten zu mehr Überblick zu verhelfen. Der Patient soll aktiv in das Management seiner Erkrankung einbezogen werden“, schilderte Worth von der Medizinischen Klinik I am Klinikum Fürth den Sinn des Programms.

Das Basisprogramm für erwachsene Asthmapatienten wird aus Unterrichtsmaterial (Unterrichtskarten mit der geforderten, einheitlichen Begrifflichkeit, Bildmaterial und einen pädagogischen Leitfaden) und einem einheitlichen Schulungsschema bestehen. Vier bis acht (maximal zehn) Teilnehmer sollen in sechs Unterrichtseinheiten à 60 Minuten geschult werden. Vorgesehen sind zwei weitere Unterrichtseinheiten zur Nachschulung.

Wichtig ist die Ausbildung der Asthmatrainer

Die Schulung erfolgt durch das Praxisteam und unterliegt der Qualitätssicherung. So sollen etwa viermal im Jahr Qualitätszirkel stattfinden. Die Inhalte umfassen: gutes Patienten-Selbstmanagement, Verständnis, was Asthma ist, Selbstkontrolle durch Peak-Flow-Monitoring (jeder sollte ein Peak-Flow-Meter haben), Peak-Flow-Meter gesteuerte Dosisanpassung an den jeweiligen Schweregrad, richtige Inhalationstechnik, richtiges Verhalten bei einem Anfall, Medikamentenkunde.

Ein wesentlicher Bestandteil von NASA ist die Ausbildung der Asthmatrainer. „Zertifizierte Ausbildungsstellen sind bereits eingerichtet“, sagte Prof. Wolfgang Petro als Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Pro Jahr würden 500 Teilnehmer auf die Aufgabe der Erwachsenenschulung vorbereitet und 180 für die der Kinder.

„Dies ist noch zu wenig“, bemängelte Petro auf der Pressekonferenz. In Bayern würden allein für den Erwachsenenbereich 181 Teilnehmer gezählt: Diese hohe Quote liege an der Liquidationsmöglichkeit, die in Bayern für Asthmaschulungen gegeben ist, weiß der Experte von der Fachklinik für Erkrankungen der Atmungsorgane, Allergien und für Orthopädie in Bad Reichenhall.

Die Initiatoren von NASA streben für ihr Programm eine Vergütung von 100 Mark pro Stunde einer Unterrichtseinheit und 30 Mark pro Patient für die Nachschulung an – „selbstverständlich außerhalb des Budgets“, forderte Petro. Zurzeit bestünden die zu schulenden Trainer zu 77 Prozent aus Ärzten und mit steigender Tendenz zu zehn Prozent aus Helferinnen und Schwestern. Für die Kosten der Trainerschulung müssen die Ärzte selbst aufkommen.

Zwar befinde sich die Pharmakotherapie des Asthmas in ihrem Zenit, behauptete Dr. Michael Barzok unwidersprochen auf der Pressekonferenz der Deutschen Atemwegsliga in Bad Reichenhall. Dennoch sei eine Asthmaschulung notwendiger denn je, erklärte der niedergelassene Pneumologe aus Ulm.

Der Grund liege in einer mangelhaften Koordination der notwendigen Therapieschritte. Wenn immer noch 56 Prozent der Betroffenen tagsüber Symptome aufweisen (nachts 46 Prozent) oder nur 26 Prozent inhalierbare Steroide anwenden und gar 86 Prozent über eine eingeschränkte Lebensqualität klagen, dann könne in der Therapiestrategie etwas nicht stimmen, erläuterte Barzok.

Der Pneumologe mit eigener Praxis warnte aber auch vor den Folgen für die Versorgung von Asthmapatienten infolge der geplanten Individualbudgets: „Ärzte, die günstig oder wenig verschreiben, werden die Maßstäbe für künftige Budgetgrenzen setzen. Ärzte, die notwendigerweise schulen, sind teurer.“

Mi, 24.10.2001 09:43 / Joachim Stier Druckversion Mail Zurück Weiter

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